Pressestimmen

 


Veranstaltungen 2019

 



 Musik aus präsentiert
Romantisch-klassisches Programm für Klavier und Cello

Bei so viel Intensität in den Ecksätzen wäre ein Adagio zum Ausgleich gut gewesen. Doch Brahms hat seine Cellosonate in e-Moll op. 38 aus der ursprünglich viersätzigen Form gelöst und den langsamen Satz gestrichen. Immerhin ist der Mittelsatz ein unbeschwertes Menuett, den Sonia Achkar (Klavier) und Matthias Wilde (Cello) denn auch als Ruhepol zwischen dem aufbrausenden Kopfsatz und dem atemberaubenden Fugato-Finale nutzen.
 Die mitreißende Hitze tut dem Kammermusikabend von Musik aus Dresden in der kalten, evangelischen Kirche Birkenfeld gut. Wie Mai fühlen sich die winterlichen Temperaturen jedenfalls nicht an. Umso glühender träumen die erstmals in Birkenfeld gastierende Pianistin und der bereits vor zwei Jahren im Quartett aufgetretene Cellist vom Frühling. Erst seit zwei Jahren kennen sich die beiden, spielen seitdem in diversen Formationen. So kommt auch der lang geplante Duo-Abend zustande, bei dem die Nachwuchstalente Jaroslaw Nuss am Klavier und Franz Ladenburger an der Posaune im Vorkonzert ihre Künste zeigen.
 Die Brahms-Sonate bildet den Abschluss des romantisch-klassischen Konzerts. Bemerkenswert ist das gleichberechtigte Auftreten der Interpreten, beide hingebungsvoll und virtuos. Matthias Wilde zeichnet sich durch eine emotionsgeladene Ausdruckskraft und Körpersprache aus – passend zu seinem Namen. Wie er etwa die dunklen Klangregister im ersten Satz auslotet, ist fantastisch. Mit einer eleganten Anschlagskultur, die sich ebenso zärtlich wie energisch zeigt, überzeugt die Pianistin. Tollkühn hüpfen zum Beispiel ihre Staccati beim synkopierten Scherzo von Beethovens Sonate Nr. 3 A-Dur, op. 69 über die Tastatur. Herrlich, wie Wilde und Achkar hier miteinander wetteifern und rhythmisch gegen den Strich musizieren – immer auf den Punkt genau. Der eine erzeugt ausdrucksvolle Doppelgriffe, die andere kraftvolle Akkorde.
 Vom Innehalten und Davonrauschen ist das Final-Allegro geprägt, von Kontrasten der umfangreiche Kopfsatz. Voller Witz und Koketterie indes Beethovens zwölf Variationen über Mozarts berühmte Glockenspielarie „Ein Mädchen oder Weibchen“, gesungen von Papageno in der „Zauberflöte“. Wie das gestrichene Adagio bei Brahms geklungen haben könnte, führen die Künstler mit dem Anfang des langsamen Satzes aus dessen Klavierquartett op. 60 als Zugabe vor.
Pforzheimer Zeitung, Anita Molnar

Pforzheimer Zeitung

 

Pforzheimer Kurier



 



 Musik als unerschöpfliches Geschenk
„Musik aus Dresden": Birkenfelder Konzertreihe feiert mit Konzert 20-jähriges Bestehen

Die Musik sei ein „unerschöpfliches Geschenk" und Initiatorin Dorothee Schumacher nannte er schlichtweg die „Stimme von Birkenfeld": Die Danksagungen zu übernehmen, fiel dem Trompetenvirtuosen Ludwig Güttler aus Dresden beileibe nicht schwer. Vor 20 Jahren hatte ihn der Weg schon einmal in die beschauliche Enzkreiskommune geführt - damals stand die Gründung des Freundeskreises der Konzertreihe „Musik aus Dresden" auf dem Programm.
 Mit einem großen Doppeljubiläum konnte diese am Samstagabend die evangelische Kirche ihrer Gemeinde füllen. Über 250 Besucher seien erschienen, freute sich Margret Krüger von der Geschäftsstelle bereits schon vor Beginn des Konzertes von „Virtuosi Saxoniae": Ein Solistenensemble bestehend aus acht begabten Einzelkünstlern unter der Leitung ihres musikalischen Vordenkers Ludwig Güttler, das zwei Stunden lang für mitreißende, aber auch zum Träumen animierende Klänge sorgte. Sieben klassische Werke von Georg Philipp Telemann, Christoph Schaffrath oder Petronio Franceschini gab es da zu hören. Sieben Werke von monumentaler Kraft, jedes ein Erlebnis für sich. Besinnlichkeit, die den Zuhörer dahinschweben ließ, aber auch eine instrumentale Ausdrucksstärke, die vor allem von Güttlers inspirierendem Trompetenspiel lebte, waren die Grundelemente dieses unvergesslichen Auftritts.
 Nach der Wende, im Jahre 1989, hatte Dorothee Schumacher die Konzertreihe „Musik aus Dresden" aus der Taufe gehoben und auch dieser Anlass wurde entsprechend gefeiert.
 Bürgermeister Martin Steiner bezeichnete die Veranstaltungsreihe als einen „regelrechten Garanten für ein volles Haus", bevor feierliche Hymnen den musikalischen Reigen eröffneten. Die Jubiläumsfeierlichkeiten fungierten gleichzeitig als Auftakt für das diesjährige Programm, dem acht weitere musikalische Beiträge, Atelierbesuche und Buchbesprechungen folgen.
 Pfarrer Stefan Wittig lobte vor allem den „langen Atem der Dorothee Schumacher", das Birkenfelder Publikum selbst honorierte seine kulturelle Errungenschaft mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen zum krönenden Abschluss.
Pforzheimer Kurier, Alexander Jähne