Pressestimmen

 


 


Veranstaltungen 2017


Jubilierende Klänge zum Jahresausklang
„Dresdner Trompeten Consort" tritt in Birkenfelder Kirche auf / Jugendmusikschule brilliert

Es ist ein krönender, festlicher, direkt unter die Haut gehender Abschluss ei nes erfolgreichen Jahres: Der Verein „Musik aus Dresden" holt für das letzte Konzert das Dresdner Trompeten Consort. Nicht zum ersten Mal. Vielleicht gleicht deshalb die evangelische Kirche einem riesigen Magneten, der am Freitagabend aus allen Himmelsrichtungen die Besucherströme anzuziehen scheint.

Da kommt es gerade recht, dass die Künstlerische Leiterin von „Musik aus Dresden" den Zuhörern wünscht, dass sie sich eine „Auszeit" vom Vorweihnachtsstress nehmen mögen, haben sich diese doch mühsam aus der Kolonne he raus einen Parkplatz ergattern müssen.

Dann aber stiehlt fast das Bläserquartett der Jugendmusikschule Neuenbürg den berühmten Dresdnern die Schau. Die „Prelude aus dem Te Deum" haben kurioserweise sowohl die Einheimischen als auch die Gäste auf dem Programm. Und man wolle es den „Jungkünstlern" ja nicht nachmachen, nimmt es der Trompeter und künstlerische Leiter Matthias Schmutzler auf die leichte Schulter. Gibt ja noch genügend, das die auch aus dem Fernsehen bekannten Profis im Repertoire haben und unter dem Titel „Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten" als festliche Bläsermusik zum Advent darbieten können.

Zum Beispiel die „Musica da cammera molto particulare" von Josef Starzer. Oder „Fanfare und Chorus" von Dietrich Buxtehude, „Ich steh an deiner Krippen hier" von Johann Crüger. Brillant fügt sich in die hell erklingenden und Zuhörer innerlich zum Jubilieren bringenden Bläserklänge ein hochkarätiger Organist namens Holger Gehring ein. Seine Füße flirten mit den Fußpedalen, tippen mal hier, mal da, während die schlanken Finger ein vollkommenes Eigenleben zu führen scheinen. Die Gäste, die das Glück haben, in der Nähe zu sitzen, reagieren gebannt vom Anblick, wie der Kreuzorganist der Kreuzkirche Dresden (eines der traditionsreichsten und seit 1370 ausgeübtes Amt in Deutschland), künstlerischer Leiter der Schlosskonzerte und Orgelkonzerte an der Silbermannorgel in Reinhardtsgrimma und manches andere, etwa das Charakteristische von Johann Sebastian Bach herausarbeitet. „Präludium Es-Dur BWV 552" - man könnte sich dem Himmel nah glauben.

Bevor die Zuhörer abheben holt sie der frisch-freche Humor von Matthias Schmutzler wieder in die Realität. In der Tat ist sein Dialekt aus dem Erzgebirge nicht unbedingt nur verständlich, aber es doch recht amüsant, wie er eine sächsische Familie am Weihnachtstag spielt.

Dazu noch eine Geschichte aus dem Nähkästchen - der peinliche Auftritt Naomi Campbells, die überraschender weise doch kommt und trotzdem die Show (samt Geld) an sich reißen will. Da habe man schnell reagieren und eine Fanfare spielen müssen, zum Schrecken des Hausherrn. Nicht unbedingt wegen dieser Anekdote, aber doch wegen des musikalischen Beitrags an diesem Abend versteht man, warum es Mitglieder gibt, die sogar aus dem Elsass anreisen.
Susanne Roth/Pforzheimer Kurier




Mehr kontrastreich als verrückt
Das Streichquartett Tangente Quattro gastiert bei Musik aus Dresden


Schon das Vorkonzert von Musik aus Dresden in der katholischen Kirche Birkenfeld fällt kontrastvoll, wenn auch sehr lieblich aus: Rein und fein singen die fünf Nachwuchssängerinnen von „Fleur Rouge" der Jugendmusik schule Neuenbürg „Let it be", „Im schönsten Wiesengrunde" und „Hallelujah" unter der neuen Leitung von Miriam Kurrle. Temperamentvoll dann das erstmals gastierende Dresdner Streichquartett Tangente Quattro, dem mit Alexandra Vrebalovs „Pannonia Boundless" (Grenzenloses Pannonien) ein tänzerisch - mitreißender Einstieg gelingt. Schon allein das innige Solo des Bratschisten lässt aufhorchen. Der verheißungsvolle Abend unter dem Titel „Groove der Klassik" scheint sich also zu erfüllen.

Doch ganz so „überraschend verrückt" ist das Konzert von Anja Krauß (Violine und Moderation), Franz Schubert (Violine), Heiko Mürbe (Viola) und Ulrich Rüger (Cello) dann doch nicht. Stevie Wonders „Sir Duke" kommt erst bei der Zugabe, George Gershwins schwungvoll-groovige Fantasie über Themen aus der Oper „Porgy and Bess" als letztes Stück.
Dazwischen gibt es Tangos, Filmmusik und teils folkloristische und traurige Melodien aus England, Portugal oder Mexiko. Eine musikalische Reise also, die die vier mit Herzblut beschreiten. Denn eines ist sicher: Die Streicher, die bei der Staatskapelle oder Philharmonie Dresden engagiert sind, sind exzellente Musiker, überzeugen in Spieltechnik und Ausdruck. Und wenn die Gei gerin gerne nah am Steg knarzt -etwa bei dem rhythmisch eigen willigen Stück „Se Me Hizo Fäcil" von Agustin Lara oder bei „Four for Tango" von Astor Piazzolla -dann ist das durchaus so gewollt.

Markant bei der Piazzolla-Interpretation sind vor allem die pfeif artigen Bogenakzente, die stets wiederkehren. Bis auf diese originale Komposition für Streichquartett handelt es sich bei allen anderen Stücken um Bearbeitungen - teils von Cellist Ulrich Rüger, der dem Publikum durch seine Auftritte mit dem Karalis Cello Quartett bereits bekannt ist. Fernöstliche Klänge dringen bei „Morango... Almost A Tango" des chinesisch-amerikanischen Komponisten Thomas Oboe Lee durch.
Über einem dunklen Ostina-to-Rhythmus des Cellos entfalten besonders die Violinen einen tiefemotionalen Klangteppich. Ein zauberhaftes Stück, das auch ein bisschen in die Beine geht, ist „Tabu" der Kubanerin Margarita Lecuona. Mit französischem Charme kommt das englische „Salut Damour" von Edward Elgar daher, mit Melancholie und viel Gefühl durch den Geiger Franz Schubert „Gloomy Sunday" von Rezsö Seress.
Ein Programmzettel wäre angesichts der vielen unbekannten Titel schön gewesen. Kurzweilig ist das Konzert aber allemal.
Anita Molnar/Pforzheimer Zeitung





Goldene Fühler reichen bis nach Birkenfeld
"Musik aus Dresden" im Zeichen des Jubiläums


Die Jubiläumsfeierlichkeiten von Pforzheim strecken ihre 250 Jahre alten goldenen Fühler bis in die Nachbargemeinde Birkenfeld und bewirken dort einen Auftakt der Veranstaltungsreihe „Musik aus Dresden" nach der Sommerpause der etwas anderen Art. Dieser beginnt im Foyer des Rathauses, wo am Samstagabend sieben Firmen unter dem Motto „Vom Goldschmiedebäuerle zum global agierenden Präzisionstechniker" ihre mitunter glänzenden, aber immer aufschlussreichen Produkte und Konzepte einer großen Interessen-Schar zeigen. Darunter auch eine Uhrenfirma aus Pforzheim, deren Firmengründer aber Anfang des 20. Jahrhunderts in Birkenfeld die ersten Uhren ticken ließ. Bevor dann im zweiten Teil des Abends der musikalische Teil im Sitzungssaal mit dem Duo „Perfetto" folgte.

Das Jubiläumsmäntelchen „250 Jahre Goldstadt" hängt sich Birkenfeld schon zu Recht um, hieß es doch laut Bürgermeister Martin Steiner früher: „Zum Schaffe geht man nach Pforze". Die so genannten Goldschmiedebäuerle hießen übrigens deshalb so, weil diese Menschen oft eine kleine Landwirtschaft hatten, die aber allein nicht zum Überleben ausreichte. Also ging man zum „Schaffe" in die Goldstadt, wo in der nicht zuletzt durch die Gas-Herstellung ab 1853 aufblühenden Uhren- und Schmuckindustrie genügend Arbeitsplätze vorhanden waren. Doch diesen Aspekt vertieft der Bürgermeister nicht, wer also einen historischen Vortrag er wartet hatte wurde enttäuscht. Das möchte er den Fachleuten über lassen. Steiner weist lediglich da rauf hin, dass Birkenfeld natürlich von der wirtschaftlichen Entwicklung Pforzheims profitiert habe. Auch in Birkenfeld siedelten sich dann laut Steiner namhafte Schmuckfirmen an, die es zum Teil aber nicht mehr gibt.

Andere wiederum haben den bereits viel besagten Präzisions-Sprung in die heutige Zeit geschafft. Birkenfeld habe heute namhafte und weltweit operieren de Firmen und sei „gut aufgestellt". „Das weiß inzwischen jeder, dass es Birkenfeld gar nicht so schlecht geht und das haben wir primär unseren Firmen zu verdanken", so Steiner. Siehe Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle. Und so heiße es heute angesichts von „mehr Einpendlern als Auspendlern" zu 5 000 Arbeitsplätzen auch: „Zum Schaffen geht man nach Birkenfeld."

Erster Pforzheimer Bürgermeister Dirk Büscher, der neben Goldstadtkoordinator Gerhard Baral den Worten lauscht, schlägt in seinem Grußwort den Bogen in die heutige Zeit, schließlich ginge es nicht darum, nur „den goldenen Glanz der Vergangenheit zu feiern", sondern eben auch darum, „Tradition und Erbe mit der Zukunft zu verknüpfen". Stolz weist er auf die vom Goldstadtbüro organisierten 6060 Termine in „68 Locations" hin, mit derzeit 170 000 Besuchern. Wie oft man die ein oder andere Person mehrfach zählen muss schlüsselt die Aufzählung allerdings nicht auf.

Zum festlichen Auftakt mit der Würdigung der Birkenfelder Industrie passen die glänzenden musikalischen Akzente, die Robert Witt am Cello und Clorinda Perfetto am Flügel im Sitzungssaal setzen. Heiter, besinnlich, flott getragen - von Klassik bis Jazz und Tango beherrschen die Pianistin mit neapolitanischen Wurzeln und der Dresdner Cellist mit spielerischer Leichtigkeit viele Stile aus verschiedenen Epochen. Immer mit Herzblut und spürbarer (und natürlich hörbarer) Spielfreude vorgetragen.
Susanne Roth/Pforzheimer Kurier,

 


Herzensbrecher Waldemar ist wieder unterwegs
„Musik aus Dresden": Kecke Salondamen garnieren einen perfekten Sommerabend in Birkenfeld



Kein Scherz, der Waldemar ist immer noch unterwegs. Seit den 1920er-Jahren wickelt er die Damenwelt ein, bricht reihenweise die Herzen und doch: Man kann ihm nicht böse sein. „Ach, der Waldemar, der ist doch wunderbar", erfahren auch die gut 250 Gäste am Samstagabend im Birkenfelder Autohaus TRI AG. Dafür sorgt einmal mehr der Freundeskreis Musik aus Dresden. In der Konzertreihe des Vereins geht es oft auch klassisch ernsthaft zur Sache, aber eben auch mal heiter wie an diesem Sommerabend, als die „Dresdner Salon-Damen" in kecker Einheitskleidung auf die Bühne stöckeln. Ganz in bordeauxrot mit anständiger Rocklänge, Geschmeide um den lauthals von Liebe singenden Hals und oben drauf als i-Tüpfelchen ein Hütchen oder eine etwas ausladendere Rennbahn-Variante: Das Quintett ist eine Augenweide.

Aber es kommt noch besser: In den höchsten Tönen von Liebe und Liebesleid singen können die Damen und dazu noch hervorragend gut ihre Musikinstrumente von Flügel über Violoncello, Violine und Klarinette bedienen. Schließlich sind sie auch Profimusikerinnen. Aber das sind die Zuhörer ja schon nach dem ersten Teil gewöhnt, in dem wie immer die Jugendmusikschüler der Einrichtung Neuenbürg-Birkenfeld ihren Auftritt haben. Da lassen Nick Gengenbach, Felix Ladenburger (beide Klarinette) und Alexander Gorbachev (Bassklarinette) bereits munter die Fledermaus von Johann Strauss flattern. Gute Einstimmung für die heitere Zeitreise in die Jahrzehnte von 1920 bis 1950 und deren Salonmusik. Auch wenn es in erster Linie um Herzschmerz - natürlich verursacht von Waldemar - geht, kommt man doch auf heitere Gedanken. So ist sie halt, die Männerwelt. Ein Seufzen und weiter geht's zum nächsten Lied. Immerhin hat Waldemar ja sagenhaft gut geküsst und von der Erinnerung lässt sich schließlich auch ganz gut zehren. Man könnte auch gut räsonieren, warum das denn so ist mit den Männern, wie es eben ist. Liegt es am Altersunterschied (von zwei Jahren)? Weil das Komma auf dem Kontoauszug zu weit links ist? Dabei braucht die Dame doch nur Liebe, Liebe, Liebe und ein bisschen Musik, Musik, Musik. „Ich hab nichts gegen Leute ohne Geld. Muss ja nicht der eigene Partner sein", sagt Sängerin Susann Jacobi.

Die gut ausgebildete und erfrischend in der Zeit der 1920er- bis 1950er Jahre schwelgende Dresdner Salondamen sind ein guter, ein erfrischender Fang und genau passend mit ihren „hitzigen" Themen an einem lauen Sommerabend wie diesem. Und wie hat noch die künstlerische Leiterin von „Musik aus Dresden", Dorothee Schumacher, zu Beginn gesagt? „Da wird der ganze Stress abfallen.“ Welcher Stress? Nichts mehr davon zu spüren.
Susanne Roth/Pforzheimer Kurier


Mitreißende Klänge
Musik aus Dresden mit Orgel und Trompeten

 

Welch großartiges Zusammenspiel zwischen gerade mal zwei verschiedenen Instrumenten möglich ist und welch mitreißende Klangwelten sich dadurch kreieren lassen, bewies ein nicht weiter tituliertes Konzert für Trompeten und Orgel, das am Samstag in der evangelischen Kirche Birkenfeld veranstaltet wurde. Mit Ludwig Güttler und Johann Clemens an den Blasinstrumenten und Friedrich Kircheis am Tasteninstrument hatten die Macherinnen der lokalen Konzertreihe „Musik aus Dresden" abermals ein paar äußerst versierte Künstler aus dem Osten bei sich zu Gast, um den Abend mit anspruchsvollen klassischen Klängen zu gestalten.

Insgesamt elf verschiedene Stücke von Händel bis Bach gab es zu hören, wobei Güttler in seiner Rolle als Vordenker der Formation die Zusammenstellung wie folgt beschrieb: „Virtuos beginnen, virtuos enden - und dazwischen das Nachdenkliche mit dem Meditativen verbin den."

Bereits der Auftakt, ein Präludium und eine Fuge für die Orgel wusste aufgrund seiner entfesselten Klanggewalt zu gefallen. Dabei legte Organist Friedrich Kircheis eine schier unvergleichliche Spielfreude an den Tag, um das Kunst stück gegen Ende noch einmal mit einem eindrucksvollen Solo zu wiederholen. Dazwischen sorgten die beiden Trompeter für mancherlei Akzente: Mal melancholisch bis wehmütig, mal temperamentvoll im Spiel, gaben Güttler und Clemens in Kombination mit den Orgel klängen von Friedrich Kircheis eine an spruchsvolle Auswahl an Werken solcher Komponisten wie Jean Baptiste Loeillet, John Alcock oder Georg Philipp Telemann wieder, um auf der Empore nicht nur für entspannte Stille, sondern auch für aufmerksames Zuhören zu sorgen.

Den Anfang durfte, wie bei „Musik aus Dresden" so oft der Fall, eine junge Künstlerin aus den Reihen der Neuenbürger Musikschule gestalten: Nathalie Trautmann an der Violine, die sich ebenfalls einer Komposition aus der Feder von Johann Sebastian Bach angenommen hatte - dieses Mal einer Ciaccona aus der Partita II in d-Moll, die mit ihrer fehlerfreien Darbietung zu gefallen wusste. Die evangelische Kirche selbst zeigte sich fast komplett gefüllt, wobei die Besucher auf den unteren Rängen lediglich in den Genuss einer Videoübertragung der Geschehnisse weiter oben kamen, wohingegen sich das Klangerlebnis aber bis in den letzten Winkel entfalten konnte.
Alexander Jähne/Pforzheimer Kurier


Der Sensenmann kratzt an der Tür
Friedrich-Wilhelm Junge gestaltet Literaturabend


Der Sensenmann schipperte in einer comichaften Projektion auf dem Fluss, diverse Totenschädel hat er bereits im Gepäck: Ist das Älterwerden eine Kunst oder nur ein ganz natürlich-unabdingbarer Zustand? Für Friedrich-Wilhelm Junge, Theaterschauspieler aus Schwerin, und selbst rüstige 79 Jahre alt, ist unumwunden klar: „Altern ist nichts für Feiglinge", so der Titel eines humorvollen bis schwarzhumorigen Literatur- und Musikabends, der am Samstagabend unter der Beteiligung von rund 130 Besuchern in der Birkenfelder Tanzschule Löwen über die Bühne ging. „Man wird nicht klüger indem man altert, aber älter ohne klüger zu werden", so der stimmgewaltige und rhetorisch begabte Junge, der sich in gut anderthalb Stunden mit all dem befasste, was passiert, wenn sich die Lebenszeit unweigerlich dem Ende zuneigt: So werden die Stufen höher und die Schrift immer kleiner, womit das Älterwerden nicht nur eine Kunst, sondern auch eine Belastung darstellen kann, aber nicht muss.
Da zitierte der durchaus agile und vitale Junge aus „Der Kaiser und die Nachtigall" von Hans Christian Andersen um postwendend zur römisch mythologischen Sagengestalt „Aurora, Göttin Morgenröte", überzuleiten, während die Michael-Fuchs-Band aus Dresden das Geschehen mit einer Mischung aus Jazz, Swing und Chanson untermalte.
Dass das Altern auch etwas höchst Skurriles an sich haben kann bewies diese (frei erfundene) Episode aus dem Alltag: Eine bereits betagte Dame bringt ihrem Busfahrer je den Tag eine Tüte mit Haselnüssen mit. Der Fahrer freut sich zwar, doch eines Tages fragt er sie, was das Ganze eigentlich soll? Tja, meint die ältere Dame: Sie esse so gerne Ferrero Rocher - nur die Nüsse könne sie eben nicht mehr so richtig beißen.
Dem Nachwuchs eine Chance geben wollten die Veranstalter der Birkenfelder Konzertreihe „Musik aus Dresden" bereits zum Auftakt: Mit Mira Heller (Gesang, Gitarre) und Eric Heinkel (Klavier) gab es besinnliche Popsong wie etwa „Sunny" von Bobby Hebb oder „Where is my mind?" von den Pixies zu hören.
Beide Nachwuchskünstler sind der zeit in der Musikschule Neuenbürg eingeschrieben.
Alexander Jähne/Pforzheimer Kurier


Nachwuchsmusiker trumpfen auf
Auftakt von „Musik aus Dresden" in Birkenfeld - Preisträgerkonzert mit 17 Kindern

 
Ein beeindruckendes Konzert gaben die Preisträger der Jugendmusikschule Neuenbürg im Martin-Luther-Gemeindehaus in Birkenfeld. 17 Schüler, die erfolgreich am Regional-wettbewerb „Jugend musiziert" in Nagold teilgenommen hatten, zeigten ihr Können auf der Violine, am Klavier oder im Ensemble. Einige fiebern bereits dem Landeswettbewerb entgegen.

„Traditionen sind eine schöne Sache", freute sich Dorothee Schumacher, dass junge Talente bereits zum zehnten Mal die Reihe „Musik aus Dresden" eröffneten. Diese stoße räumlich und organisatorisch an ihre Grenzen, so die Künstlerische Leiterin. Landes weit einmalig seien die Vorkonzerte der Musikschüler bei allen Konzerten.


Schwungvoll in den Abend geleitete das Saxofon-Trio Richard Babichev, Nicolas Bubser und Juliane Neumann mit drei Miniaturen. Im Streicherduo trat das her zige Schwesternpaar Evelyn Bao-Chau Vu (6 Jahre) und Marleen Bao-Kim Vu (9) auf. Auf teils winzigen Geigen meisterten die zwei begabten Mädchen ein Menuett von Bach. Die zarte Evelyn trat zu dem in der Kategorie Klavier an und führte eine Sonatine vor. Mit vier Kindern war die Familie Vu aus Waldrennach vertreten. Am Klavier gestaltete Lilly Nhat Quyen Vu (12) Schuberts „Impromptu" As-Dur mit vollem Klang, Bruder Samuel Thien Bao Vu (13) beeindruckte mit einer energischen Darbietung von Brahms' Rhapsodie g-Moll.
 
„Von den Kindern wurde ein sechs- bis zehnminütiges Programm gefordert, von den älteren bis zu 15 Minuten. Das ist eine ganze Menge", sagte Musikschulleiter Christian Knebel, der durch das Programm führte. Von der kleinsten Altersklasse bezauberten auch Leni Decker, Rebekka Wittmann und Charis-Joy Oelschläger mit pfiffigen Klavierstücken. Lustig, flott und sprunghaft gestalteten zudem Christina Safaridis, Sina Gößner und Franz Ladenburger ihre Beiträge am Flügel, Franz setzte sogar die Kraft seines Ellenbogens ein.
 
Zu den fortgeschrittenen Pianisten gehörte Katja Pirker, die das „Venezianische Gondellied" von Mendelssohn mit viel Gefühl versah. Der Ältesten, Leonie Kristin Brauns (17) aus Straubenhardt, gelang ein anspruchsvolles Stück von Rachmaninow mit Wucht. Auch talentierte Sängerinnen begeisterten die Zuhörer, Ronja Hornschuh mit ihrer zarten Stim me und Marie Näher mit ihrer um werfend selbstbewussten Präsentation von „Ex's & Oh's". Anthony Muresan war wegen eines Vertrags mit der Frankfurter Oper nicht da bei.
Anita Molnar/Pforzheimer Zeitung




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